
Human Design Kids
Elternbrief Erhalte einen Brief von deinem Kind. Hier sind alle wesentlichen Eigenschaften enthalten, die das Spiel der Energien erklären.
66 €
Zum ElternbriefDein Kind möchte wissen, wie es sich anfühlt, etwas selbst zu erleben. Kaum kennt es ein Spiel, lockt schon die nächste Entdeckung. Tor 35 bringt Neugier und Lust auf Abwechslung mit sich, aber auch Rastlosigkeit, wenn nichts mehr neu genug erscheint.

Tor 35 im Human Design steht für den Drang, neue Erfahrungen zu machen. Dein Kind möchte ausprobieren, entdecken und erleben. Etwas nur erklärt zu bekommen reicht ihm oft nicht. Es will selbst auf der Bühne stehen, den Ton in den Händen spüren oder herausfinden, wie eine Nacht im Wohnwagen ist.
Hat es etwas kennengelernt, kann sein Interesse weiterziehen. Das begeistert begonnene Hobby ist plötzlich weniger spannend. Für dich sieht das vielleicht nach ständigem Aufgeben aus. Dein Kind hat zunächst vor allem wissen wollen, wie es ist, diese Sache zu machen.
Kernthema
Neue Erfahrungen, Abwechslung und Veränderung
Zentrum
Kehle für Ausdruck und das Teilen von Erlebnissen
Schaltkreis
Kollektiver abstrakter Schaltkreis
Potenzial
Vieles kennenlernen und aus eigener Erfahrung etwas beitragen
Lernfeld
Unruhe durch die ständige Suche nach der nächsten Erfahrung erkennen
Neugier führt dein Kind zu unbekannten Wegen und Tätigkeiten. Anpassungsfähigkeit hilft ihm, sich auf Veränderungen einzulassen und aus ihnen zu lernen.
Auf eurem Waldweg entdeckt dein Kind einen Bach mit Trittsteinen. Es möchte hinüber und wissen, wohin der schmale Pfad auf der anderen Seite führt. Du gehst mit ihm. Auf dem ersten Stein hält es kurz inne, sucht den nächsten festen Stand und setzt den Fuß auf. Drüben dreht es sich strahlend zu dir um.
Der Reiz liegt häufig im Kennenlernen. Sobald dein Kind weiß, wie etwas geht und was es dabei erlebt, kann es nach einer anderen Erfahrung suchen. Wochenlang dieselben Bewegungen zu üben reizt es möglicherweise weniger als die erste Begegnung mit einem neuen Instrument oder einer Sportart.
Aus dem Wunsch nach einer Probestunde muss deshalb nicht gleich eine dauerhafte Verpflichtung werden. Wenn dein Kind sagt, es möchte Schlagzeug spielen, lohnt sich eine konkrete Nachfrage. Will es einmal ausprobieren, wie sich das anfühlt? Oder möchte es regelmäßig Unterricht haben? Für ein Kind können das anfangs dieselben Worte sein.
Die Vielfalt seiner Interessen bedeutet nicht, dass jede Beschäftigung oberflächlich bleiben muss. Manche wird es länger begleiten. Tor 35 legt weder fest, welches Hobby das ist, noch dass dein Kind grundsätzlich nichts zu Ende bringt.
Dein Kind kann vom Reiten, Backen oder Klettern erzählen, weil es das selbst ausprobiert hat. Es braucht dafür kein Abzeichen und keinen Wettbewerb. Wenn du nach jedem neuen Interesse gleich fragst, ob es darin gut werden möchte, übersiehst du womöglich den Teil, der es eigentlich begeistert hat.
Nach eurem Ausflug erzählt es vielleicht noch lange vom Bach. Wie laut das Wasser zwischen den Steinen war. Dass es vor dem ersten Schritt gezögert hat. Und was ihr auf dem unbekannten Pfad entdeckt habt. Dafür brauchte es weder eine besonders weite Strecke noch ein sportliches Ziel.
Rastlosigkeit zeigt sich in der anhaltenden Suche nach einer neuen Erfahrung. Unfokussiertheit bedeutet, von einer Sache zur nächsten zu springen, ohne sich wirklich zu vertiefen. Dein Kind ist noch mitten in einer Beschäftigung und fragt schon, was danach kommt. Auf dem neuen Spielplatz hat es kaum etwas ausprobiert, da möchte es weiter zum nächsten. Auch ein voller Tag kann dann mit einem unzufriedenen „Und jetzt?“ enden.
Hier geht es nicht mehr nur um ein vielseitiges Interesse. Die nächste Erfahrung soll eine Unzufriedenheit beenden, die nach kurzer Zeit wieder da ist. Immer neues Programm kann diesen Wechsel beschleunigen.
Du musst deshalb nicht auf jede Frage nach Abwechslung mit einem weiteren Angebot reagieren. „Wir bleiben heute hier“ ist eine klare Antwort. Dein Kind kann darüber enttäuscht oder ärgerlich sein. Ein anderer Ausflugsplan steht deswegen nicht automatisch an.
Frustration entsteht, wenn eine Veränderung nicht die erhoffte Erfüllung bringt. Etwas kann vorher spannend klingen und sich beim Ausprobieren ganz anders anfühlen. Der neue Wanderweg ist steiler als erwartet, die Schuhe werden nass und hinter der nächsten Kurve liegt immer noch nicht der versprochene See. Dein Kind hatte sich auf die Entdeckung gefreut und möchte plötzlich umkehren.
Frag nach dem konkreten Grund. „Drückt dein Schuh oder ist dir der Weg zu lang?“ führt zu einer anderen Antwort als „Macht es dir keinen Spaß?“ Vielleicht stört es ein nasser Strumpf. Vielleicht ist die Strecke tatsächlich zu weit.
Gleich die nächste Attraktion zu versprechen würde euch allerdings wenig darüber verraten, was diesmal nicht gepasst hat.
Tor 35 liegt in der Kehle. Das Teilen von Weisheit bedeutet hier, Erfahrungen in Worte zu fassen und andere damit zu bereichern. Dein Kind kann berichten, wie etwas wirklich war, nachdem es vorher nur eine Vorstellung davon hatte.
Beim Abendessen erzählt dein Kind vom Weg über den Bach. Es beschreibt den wackeligen Stein und wie ihr einen anderen Übergang gefunden habt. Wer zuhört, erfährt etwas, das dein Kind selbst entdeckt hat. Vielleicht überrascht dich, wie genau es sich gerade diesen Moment gemerkt hat.
Das Erinnern und Verarbeiten von Erlebnissen steht bei Tor 33 und Rückzug im Vordergrund. Bei Tor 35 richtet sich der Blick stärker auf Veränderung und die nächste Erfahrung.
Tor 35 liegt im Kehlzentrum. Sein Gegentor ist Tor 36 im Solarplexus. Zusammen bilden sie den Kanal 35–36. In der Grafik oben ist Tor 35 hervorgehoben.
Tor 35 steht für Neugier auf Erfahrungen und den Drang nach Veränderung. Dein Kind möchte vieles selbst kennenlernen und später davon erzählen können.
Ein Schnupperangebot darf dem Kennenlernen dienen. Kläre vor einer längeren Anmeldung, ob dein Kind einmal ausprobieren oder regelmäßig teilnehmen möchte. Bestehende Absprachen besprecht ihr konkret, statt aus jedem Interessenwechsel eine grundsätzliche Frage nach Durchhaltevermögen zu machen.
Wenn vor allem der Reiz des Neuen zählt, lässt dieser nach dem Kennenlernen schnell nach. Dein Kind sucht dann schon den nächsten Wechsel. Noch mehr Angebote machen den Tag voller, beantworten diese Unruhe aber nicht unbedingt.
Eine neue Erfahrung kann klein sein. Zum ersten Mal Teig kneten, ein unbekanntes Material ausprobieren oder bei einer Tätigkeit mithelfen kann genauso neugierig machen. Entscheidend ist das eigene Erleben, nicht der Preis oder die Größe eines Ausflugs.
Ja. Tor 35 schließt Vertiefung nicht aus. Es beschreibt die Lust auf Erfahrungen und Veränderung. Ob dein Kind eine bestimmte Fähigkeit länger üben möchte, zeigt sich an dieser Beschäftigung und lässt sich nicht aus einem einzelnen Tor vorhersagen.

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