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Was ist Human Design?

Human Design lädt dich ein, deine eigene Art besser kennenzulernen. Hier erfährst du, was hinter dem System steckt und wie du einen persönlichen Zugang dazu findest.

· 6 Min. Lesezeit

Goldener Human Design Bodygraph mit Planetenspalten auf nachtblauem Hintergrund

Was steckt hinter Human Design?

Human Design ist ein spirituelles System zur Selbsterkundung. Es beschreibt Unterschiede darin, wie Menschen ihre Energie erleben, Entscheidungen treffen und mit ihrer Umgebung in Kontakt stehen. Grundlage ist eine Berechnung aus deinen Geburtsdaten. Das Ergebnis heißt Human Design Chart. In dieser Grafik findest du unter anderem deinen Typ, deine Strategie und deine Autorität.

Vielleicht kennst du das Bedürfnis, dir selbst etwas näherzukommen. Wann bist du bei einer Sache mit ganzem Herzen dabei? Wie merkst du, dass du für eine Entscheidung bereit bist? Und welche Erwartungen passen eigentlich zu dir? Mit solchen Fragen kannst du an Human Design herangehen. Die Begriffe im Chart geben dir Anhaltspunkte, denen du in deinen eigenen Erfahrungen nachgehen kannst.

Dabei bleibt Raum für deine Wahrnehmung. Manche Beschreibungen sprechen dich vielleicht sofort an, während du bei anderen erst nach mehreren Erfahrungen verstehst, was damit gemeint ist und ob du dich darin wiedererkennst. Du darfst nachfragen.

Woher kommt das Human Design System?

Human Design geht auf Ra Uru Hu zurück. Er berichtete von einer mystischen Erfahrung, die er 1987 auf Ibiza erlebte und als Ursprung seiner Lehre beschrieb. In den folgenden Jahren arbeitete er das System aus und vermittelte es in Vorträgen und Ausbildungen.

Für die Einordnung ist dieser Ursprung hilfreich. Human Design ist eine spirituelle Deutungslehre. Seine Aussagen über Persönlichkeit und Entscheidungen sind als Sichtweise dieses Systems zu verstehen. Wenn in der Lehre Begriffe aus Genetik oder Physik vorkommen, lässt sich daraus allein keine wissenschaftliche Bestätigung ihrer Deutungen ableiten.

Für deinen Einstieg kannst du bei einer überschaubaren Frage bleiben. Was hilft dir, deine eigenen Reaktionen genauer wahrzunehmen? Dafür brauchst du zunächst einen Überblick über die Bestandteile des Systems.

Vier Traditionen kommen zusammen

Human Design verbindet Elemente aus Astrologie, I Ging, Chakrenlehre und Kabbala. Daraus entsteht ein eigenes Modell mit eigenen Zuordnungen. Die einzelnen Traditionen werden also innerhalb des Human Design auf eine bestimmte Weise verwendet.

Astrologie

Die Positionen von Sonne, Mond und Planeten bilden einen Teil der Berechnungsgrundlage. Im Human Design werden sie Bereichen des Charts zugeordnet. Deshalb siehst du neben dem Bodygraph Planetensymbole mit Zahlen. Aus astrologischen Positionen werden hier Aktivierungen im Human Design.

I Ging

Das chinesische I Ging umfasst 64 Hexagramme. Ein Hexagramm besteht aus sechs Linien. Human Design greift diese Struktur mit seinen 64 Toren und jeweils sechs Linien auf. Die Tore stehen im System für unterschiedliche Themen und Ausdrucksmöglichkeiten.

Chakrenlehre

Die Vorstellung von Energiezentren knüpft an die Chakrenlehre an. Im Human Design werden neun Zentren unterschieden. Sie sind die geometrischen Formen im Bodygraph und stehen etwa für Ausdruck, Gefühle oder Antrieb.

Kabbala

Auch der Lebensbaum der Kabbala gehört zu den Vorbildern. Seine Vorstellung miteinander verbundener Bereiche fließt in das System ein. Im Bodygraph verbinden Kanäle die Zentren miteinander.

Du kannst die Herkunft dieser Elemente kennenlernen und dich zugleich auf das konzentrieren, was dir persönlich weiterhilft. Die Einzelheiten haben Zeit.

Dein Chart als persönlicher Ausgangspunkt

Ein Human Design Chart wird aus Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort berechnet. Der Geburtsort hilft dabei, die Ortszeit der passenden Zeitzone zuzuordnen. Eine möglichst genaue Geburtszeit ist sinnvoll, weil sich einzelne Angaben bei unterschiedlichen Uhrzeiten verändern können.

In der Mitte der Grafik steht der Bodygraph. Seine neun Zentren, die nummerierten Tore und die Kanäle bilden zusammen die Struktur des Charts. Die Planetenspalten ergänzen die Aktivierungen auf der Persönlichkeits- und der Design-Seite. Im System werden damit bewusste und unbewusste Aspekte unterschieden.

Für dich entsteht daraus eine Reihe von Angaben, mit denen du dich beschäftigen kannst. Zwei Menschen können beispielsweise denselben Typ haben und sich in ihrer Autorität oder ihrem Profil unterscheiden. Dein Typ ist deshalb ein erster Zugang. Mit weiteren Angaben wird das Bild genauer.

Falls du deine Geburtszeit erst noch herausfinden möchtest, kannst du zunächst in Geburtsunterlagen nachsehen oder beim zuständigen Standesamt nachfragen, ob sie dort dokumentiert ist. Bis dahin kannst du dich bereits mit den Grundlagen vertraut machen.

Dein Typ und die zugehörige Strategie

Der Typ beschreibt im Human Design eine grundlegende Art, mit Energie und anderen Menschen umzugehen. Häufig begegnen dir die fünf Bezeichnungen Generator, Manifestierender Generator, Projektor, Manifestor und Reflektor. Der Manifestierende Generator gehört dabei zur Generatorfamilie. So erklären sich auch Übersichten, die von vier Grundtypen sprechen.

Zum Typ gehört eine Strategie. Sie beschreibt, wie du laut Human Design an Möglichkeiten herangehst. Beim Generator und beim Manifestierenden Generator steht beispielsweise das Reagieren auf etwas Konkretes im Mittelpunkt. Die Strategie ist eine eigene Angabe in deinem Chart.

Was beschreibt deine Autorität?

Die Autorität beschreibt im Human Design deinen Entscheidungsprozess. Welche Autorität dein Chart zeigt, ergibt sich aus den definierten Zentren und ihren Verbindungen nach einer festgelegten Rangfolge. Menschen desselben Typs können unterschiedliche Autoritäten haben. Der Typ allein bestimmt deine Autorität also nicht.

Ein definierter Solarplexus bedeutet im System emotionale Autorität. Das gilt für unterschiedliche Typen. Bei definiertem Sakralzentrum und undefiniertem Solarplexus liegt sakrale Autorität vor. Diese kommt innerhalb der Generatorfamilie vor. Typ und Autorität beschreiben somit verschiedene Aspekte, die beide auf der Struktur des Charts beruhen.

Für Menschen ohne innere Autorität sieht Human Design eigene Entscheidungsprozesse vor. Dazu gehören je nach Chart der Austausch in einer passenden Umgebung oder beim Reflektor die Beobachtung über einen Mondzyklus.

Zum Kennenlernen gehst du von der Angabe in deinem eigenen Chart aus. Bei emotionaler Autorität kannst du etwa beobachten, wie sich deine Wahrnehmung einer Möglichkeit über die Zeit verändert. Welche Autorität du hast, wird im System aus dem Chart bestimmt. Deine Beobachtungen helfen dir anschließend, die dazugehörige Beschreibung besser zu verstehen.

Eigene Muster und erlernte Erwartungen

Human Design beschäftigt sich auch mit Konditionierung. Gemeint sind Einflüsse, die du durch andere Menschen und deine Umgebung aufnimmst. Dazu können Vorstellungen gehören, wie schnell du antworten solltest, wie viel du leisten möchtest oder wann eine Pause angemessen erscheint.

Wenn du regelmäßig sehr schnell zusagst und später gern mehr Zeit für deine Antwort gehabt hättest, liegt ein mögliches Lernfeld darin, diesen Moment bewusst wahrzunehmen und deine Beweggründe kennenzulernen. Freust du dich auf die Aufgabe? Möchtest du verlässlich sein? Würde dir etwas Bedenkzeit guttun? Mehrere Beweggründe können gleichzeitig da sein.

Der persönliche Wert einer solchen Beobachtung liegt darin, deine Bedürfnisse genauer kennenzulernen. Du kannst auch wahrnehmen, unter welchen Bedingungen dir Zusammenarbeit leichtfällt und wann du Raum für dich brauchst. Die Verantwortung für deine Entscheidungen bleibt bei dir.

Wie beginnst du mit Human Design?

Berechne zunächst dein Chart und schau dir deinen Typ, deine Strategie und deine Autorität an. Wähle dann einen Punkt, der dich gerade beschäftigt. Wenn du eine Entscheidung vor dir hast, könnte das deine Autorität sein, während für Fragen zum Umgang mit anderen Menschen zunächst deine Strategie interessant sein kann.

Für die ersten Tage reichen kurze Notizen. Halte fest, um welche Situation es ging, was du wahrgenommen hast und wie sich dein Eindruck später entwickelt hat. Formulierungen wie „Am nächsten Morgen war mein Interesse noch da“ sind dabei greifbarer als ein allgemeines Urteil über deinen Charakter.

Lass dir Zeit, die Begriffe mit Leben zu füllen. Wenn du etwas anders erlebst als beschrieben, gehört auch diese Beobachtung dazu. Sie kann Anlass sein, die Bedeutung genauer zu prüfen oder eine Frage zunächst offen zu lassen.

Mit deinem eigenen Chart hast du einen konkreten Ausgangspunkt. Von dort aus kannst du Schritt für Schritt herausfinden, welche Fragen dich weiterführen und was du über dich entdecken möchtest.

Wenn du mit deinem eigenen Chart weitermachen möchtest, kannst du dir zuerst Strategie und Autorität anschauen. Die neun Zentren helfen dir anschließend, die Themen im Bodygraph zuzuordnen.

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